Vorbemerkungen
Ich möchte einige Sätze voranschicken und damit so etwas wie einen ROTEN FADEN anlegen, welcher sich durch das Videopodcast-Werk ziehen wird. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass dieser leitende ROTE FADEN nützlich für das Verstädnis ist.
Unser Thema ist:
Die Regulation des Menschlichen. Dazu müssen wir bestimmen, was die Begriffe Regulation und Menschlich überhaupt in diesem Kontext bedeuten.
Der Titel „Die Regulation des Menschlichen“ ist stark, weil er nicht einfach „Gesundheitsregulation“ sagt. Er öffnet den Horizont weiter: Es geht um das Menschsein als regulierbaren, gefährdeten und kultivierbaren Zusammenhang.
1. „Regulation“
Regulation meint hier die Grundfähigkeit des Lebendigen, nicht auseinanderzufallen, sondern sich immer wieder zu sammeln, zu ordnen, zu antworten und weiterzuentwickeln. Regulation ist also nicht mechanische Kontrolle, sondern lebendige Selbstordnung.
Regulation ist die Kunst des Organismus, unter innerem und äußerem Druck lebendig, verbunden und antwortfähig zu bleiben.
2. „Das Menschliche“
Das Menschliche ist bewusst weiter gedacht als „der biologische Mensch“. Es umfasst den gesamten Zwischenraum von Körper, Seele, Geist, Kultur, Natur und Beziehung.
3. Was der Titel insgesamt sagt
„Die Regulation des Menschlichen“ bedeutet:
Es geht um die Frage, wie der Mensch in einer Zeit massiver Störungen seine innere und äußere Ordnung bewahren, wiederfinden und vertiefen kann. Zugleich werden wir uns anschauen, was geschieht, wenn diese Neuordnung nicht (mehr) möglich ist, aus welchen Umständen auch immer.
Der Titel spricht also mehrere Ebenen unseres Seins gleichzeitig an.
Medizinisch
Der Mensch ist ein Regulationswesen. Gesundheit entsteht nicht durch einzelne isolierte Eingriffe, sondern durch das Zusammenspiel vieler Systeme.
Psychologisch
Der Mensch muss Angst, Trauma, Überforderung, Unsicherheit und Kontrollverlust regulieren können.
Kulturell
Das Menschliche selbst ist bedroht, wenn Gesellschaften technokratisch, kriegerisch, entkörpert oder entseelt werden.
Spirituell-philosophisch
Der Mensch ist nicht nur ein biologischer Apparat. Er ist ein Wesen der Verbindung: mit sich selbst, mit anderen, mit Natur, Kosmos, Sinn und Zukunft.
Unsere Geschichte
Wir tragen eine Geschichte in uns, eine Geschichte unserer Entwicklung. Nicht nur genetisch im Sinne der genetischen Evolution sondern auch in unserer Art zu denken, zu sprechen, also in unsere Sprache, in unserer Art zu wirtschaften, soziale und juristische Systeme aufzubauen, und wir tragen eine ungeheure Bürde ans transgenerationalen Traumageschichten mit uns herum. Auch wenn die Dinge manchmal mehr, manchmal weniger festgezurrt wirken: Wir können die Entwicklung, die hinter uns liegt, dekodieren, dies ist das ungeheuerlich Spannende.
Wir können uns dabei auf knallharte Fakten stützen, insbesondere mit Dank an die Archäologie auf Funde alter Überreste materieller Kultur (zum Beispiel Tontafeln mit Schriften oder Reste von Waffen).
Wir können dank linguistischer Erkenntnisse über Prozesse in der Tiefenstruktur der Sprache viel aus den geschriebenen Sätzen auf uralten Tontafeln oder Papyri herauslesen.
Wir können mit Dank an die Religionsethnologie großartige Erkenntnisse aus der Veränderung von Schöpfungsmythen ziehen. Um nur ein Thema anzudeuten: Der uns als Sündenfall bekannte alttestamentarische Text hat klare stilistische Vorläufer, und die Vorläufer weisen keinerlei Thematik einer “Erbsünde der Frau” auf. Nanu? Yes!
Auf der Grundlage solcher Befunde entstanden Fragen in allen Disziplinen der beteiligten Wissenschaften, wobei die drängendste Frage in den letzten Jahrzehnten jene gewesen ist, die da lautet:
Was um Himmels Willen ist denn damals vor etwa 5.000 bis 6.000 Jahren geschehen?
Die Fakten liegen auf dem Tisch. Eigentlich seit 30 Jahren in etwa, aber kaum einer erzählt sie. Kurzum: Diese Geschichte kann sauber erzählt werden. Die oben gestellte Frage kann klar beantwortet werden.
Allerdings erschüttert die Antwort unser Selbstverständnis möglicherweise bis in die tiefsten Stockwerke unseres Seins. Sie kann erklären, wieso die Menschheit heutzutage dauernd im Streit miteinander ist, sich zu wenig um die Biosphäre kümmert, deren kleiner untrennbarer Bestandteil sie selbst ist. Sie kann erklären, wieso unsere Sprache, ja, insbesondere unsere Sprache, so fürchterlich polarisierend, also in Gegensätzen “denkt” und “spricht” und kaum mehr Vokabeln zur Benennung von Ganzheitszusammenhängen mehr aufweist, etwas was im Sanskrit vollkommen anders ist. Es kann erklärt werden, warum die Menschen seit einer gewissen Zeit, welche wiederum zeitlich genannt werden kann, sich so isoliert und allein fühlt, wo sie sich in alter Zeit all-eins gefühlt hat, wie beispielsweise die vedischen Schriften belegen, welche aus der Zeit VOR 6.000 JAHREN stammen.
Eingedenk all dieser genannten Fakten offenbart sich uns eine Geschichte der letzten 6.000 Jahre, welche ihren Ausgangspunkt in einem konkreten Phänomen gehabt hat, welches große Teile des Globus nachhaltig und keinesfalls auf das Gesündeste, Friedvollste und überhaupt Beste verändern sollte. Nur abgelegene Inseln und tief im Urwald gelegene Ethnien weisen noch andere Verhaltensmuster auf, welche uns, die wir so hochentwickelt zu sein meinen, immer wieder anrühren, ja gar erschüttern. Denken wir nur an die herausragenden Darlegungen von Jean Liedloff, die uns gnadenlos vor Augen hielt, wie katastrophal unsere Kultur mit Neugeborenen und der frühen Sozialisation umgeht und wie liebevoll beispielsweise bei den Yequana in Venezuela verfahren wird. Wieso halten wir es nicht genau so? Nun, wir haben die oben angedeutete Geschichte im Gepäck. Diese Geschichte hat es in sich:
Im Zuge dieser Geschichte flogen die betroffenen Menschen, ganz so, wie es im christlichen Schöpfungsmythos zu lesen ist, aus dem Paradies heraus und fanden bis zum heutigen Tag in deisem Kulturkreis bis zum heutigen Tag nicht mehr dorthin zurück.
Durch die Weitergabe von Sprache, Denkart, Lebenserfahrungen ging nicht nur das alte Verbundensein mit der Natur im Nebel des Vergessens unter, es konnte auch gar nicht mehr anders gedacht werden.
Damit zerfiel etwas, was Menschen einen konnte und immer wieder Menschen in Frieden miteinander bringen konnte. Die Regulations des Menschlichen wurde vom Primat der Macht des Stärkeren abgelöst.
Frieden wurde und wird als Sieg-Frieden begriffen und gründet darum bis zum heutigen Tag auf Konzepten der Ausbeutung, Niederringung und Unterwerfung. Wir erleben es gerade wieder bei der Vorbereitung der Kriegsaktivitäten gegen Russland. Es sind uralte Mythen aus der Vergangenehit, die zum Gepäck unserer transgenerationalen Traumas gehören. Diese Traumas sind Jahrtausende alt und zugleich verhaltenslenkend bis zum heutigen Tag.
Der Ausweg heisst:
1) Die Geschichte verstehen
2) Die Traumalast begreifen
3) Wege zur Auflösung dieser Altlasten beschreiten.
Und ganz wichtig: Der vielleicht goldene Schlüssel zur Transformation lautet, wie wir sehen werden:
Vergebung.
Keine Frage: Wenn wir diese Aufgabe nicht zeitnah stemmen, wird die Spezies Mensch sich und viele andere Spezies in den Untergang reißen, ohne zu begreifen, dass sie selbst der schwer truamatisierte Verursacher des Dramas ist, welcher so tut, als habe er alles im Griff.
Willkommen in unserer modernen Welt.
Die Buchreihe zum Videopodcast
erhältst Du überall im Buchhandel oder direkt hier bei BOD:
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Bald geht es hier mit dem ersten Teil los.
Wir beginnen dort, wo alles begann, wo paradiesische Lebensverhältnisse herrschten und wo nahezu von einem Tag auf den anderen eine für uns unvorstellbare Verwüstung einsetzte, welche Forscher aller Disziplinen bis zum heutigen Tag sprachlos macht. Wir beginnen mit dem Thema namens SAHARASIA.
Soviel zum ROTEN FADEN hinter den in Kürze beginnenden Videopodcast-Folgen.
Die Videopodcasts sind für all jene Menschen zugänglich, die mich freundlicherweise mit einem kleinen finanziellen Obulus unterstützen, wofür ich allen bisherigen und auch zukünftigen Begleiterinnen und Begleitern an dieser Stelle wieder einmal herzlich DANKE sage.
Ich sage bis bald!
Es grüßt
Christian Appelt
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